Charakter Design – Trainiere deine Kreativität durch das Schaffen deiner eigenen Charaktere: Ein Gastbeitrag von Miriam Esdohr

Erschaffener Charakter Design

Charakter Design – Du interessierst dich dafür, wie du deine eigenen Charaktere erschaffen kannst? Dann findest du in diesem Gastbeitrag von Miriam Esdohr interessante Tipps und Tricks.

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Ob du Bücher liest, Filme schaust, Videospieler oder Comic-Fan bist, fiktiven Charakteren begegnet man so gut wie überall im Entertainment Bereich. Einige Figuren mag man, andere eher nicht. Aber darum geht es auch gar nicht, nur interessant und vor allem glaubwürdig müssen sie sein.

Dieser Beitrag soll dir einen Einblick ins Gestalten und Entwickeln von Charakteren verschaffen, denn das kann durchaus nützlich für den einzelnen Künstler sein. Die Profi Tipps, die ich heute mit dir teilen will, werden dir helfen, eigene interessante Charaktere zu erschaffen und das unabhängig davon, ob du Anfänger oder Fortgeschrittener bist.

Was ist Charakter Design überhaupt?

Hinter den Kulissen: Das Erschaffen von Charakteren

Charakter Design ist – wie der Name schon verrät – die Gestaltung von Figuren und kommt vor allem im Bereich Videospiele und Film zum Einsatz. Häufig spielt es aber auch in Werbung, Animation und Comics eine wichtige Rolle.

Nur kurz zur Klarstellung einer gängigen Fehlinterpretation: Charakter Design ist nicht das coole Bild auf der Spielehülle oder das, womit geworben wird.

Vielmehr ist der Charakter Designer bzw. Concept Artist hinter den Kulissen tätig. Er entwirft Charaktere, die dann später von bspw. einem Animator oder 3D Artist weiterverwendet werden können.

Oft bleiben diese Entwürfe mehr oder weniger skizzenhaft. Die meisten dieser Entwürfe geraten sogar niemals an die Öffentlichkeit. Besonders bei Spieleentwicklungen oder in Film Studios steht ein großes Team hinter jedem Projekt. Dann ist es essenziell, dem jeweils Nächsten in der Produktionskette zuzuarbeiten.

Aber es muss nicht immer ein riesiges Projekt sein. Auch für den einzelnen Künstler kann es durchaus vorteilhaft sein, Charakter Design zu beherrschen. Als Beispiel bietet sich da der Comic besonders an. Nicht jedem, der Comiczeichner ist oder werden möchte, steht nämlich ein Team oder das Budget zum Anheuern eines Concept Artists zur Verfügung. Vielleicht willst du aber auch einer Figur in deinem Gemälde oder Illustration ein wenig mehr Leben einhauchen. Auch dann kann dir Charakter Design helfen.

Charakter Desgin kann dir auch beim Zeichnen helfen!

Selbst zwischen Portrait und Charakter Design gibt es Parallelen. Ambitionierte Künstler setzen es sich zum Ziel, das Gesicht einer Person so realitätsnah wie möglich wiederzugeben. Und wenn man versucht, die Anatomie des Gesichts genauestens auf dem Papier (oder auf welchem Untergrund auch immer) zu reproduzieren, kommt man nicht umhin, sich auch mit dem Gesichtsausdruck auseinanderzusetzen. Genau das ist die Parallele zwischen Zeichnen und Charakter Design. Ob bewusst oder nicht; du als Künstler reflektierst – oder zumindest sollte das der Fall sein – was hinter dem offensichtlich Sichtbaren steckt. Welche Art von Mensch habe ich vor mir und welches Gefühl wird durch ihn hervorgerufen?

Ich persönlich zeichne sehr gerne Portraits. Das in Kombination mit dem Comic Zeichnen hat mich schlussendlich zum Charakter Design gebracht. Und auch wenn dies nicht unbedingt die gängigste Vorgehensweise ist, fange ich beim konzeptuellen Zeichnen meist mit dem Gesicht an. Einfach aus dem Grunde, dass ich dadurch den Charakter selbst näher kennen lerne und mir kleine Hintergrundgeschichten einfallen. Wenn das Gesicht stimmt, vervollständigt sich das Gesamtbild des Menschen und ich weiß schon mal, was für ein Typ er, sie oder es ist. Erst dann kümmere ich mich um den Rest wie Körper und Kleidung. Aber wie gesagt, das ist keine übliche Herangehensweise.

Fünf Tipps für gutes Charakter Design

Als ich angefangen habe, mich mit Concept Art zu beschäftigen, habe ich mir meine Informationen aus verschiedensten Quellen zusammengesucht. Glücklicherweise haben einige tolle Künstler wahnsinnig interessante und informative Blogs und YouTube Kanäle. Wirklich eine Fundgrube, sofern man des Englischen mächtig ist. Nach viel Recherche und noch mehr Übung kann ich mich heute Charakter Designer nennen und teilen, was ich gelernt habe. Dafür habe ich dir hier die fünf Dinge zusammengestellt, die für gutes Charakter Design unverzichtbar sind.

Tipp 1: Erschaffe deinen Charakter durch die Silhouette

Viele Konzept Künstler fangen mit einer Silhouette an. Das ist auch wirklich eine wunderbare Methode, von der ich nur durch Concept Art überhaupt gehört habe. Dabei spielt es keine Rolle, ob man ein Fahrzeug, eine Landschaft, eine Waffe oder eben einen Charakter im Sinn hat.

Es geht hier nur um Ideenfindung und noch wichtiger: den Wiedererkennungswert. Ein gutes Design erkennt man meist schon an seiner Silhouette. Ob Shrek, Batman oder X-Wing Fighter; sie alle sind nur durch ihre Umrisse schon eindeutig zu identifizieren.

Charakter Design Silouette

Jedem, der mal mit Silhouetten experimentieren möchte, würde ich empfehlen, monochrom (also mit nur einer Farbe) zu arbeiten. Mach dir außerdem in dieser Anfangsphase der Designfindung noch nicht allzu viele Gedanken. Schau einfach, was kommt. Intuition geht hier erst mal vor.

Alternativ kann man natürlich auch ganz »normale« Skizzen machen. Im Concept Design spricht man häufig von »Thumbnail Sketches«. Die haben ihren Namen daher, dass sie nur ganz klein sind. Das geht einfach schneller, was im Concept Design ein wichtiger Faktor ist. Es dauert nämlich eine Weile, bis man das richtige Design gefunden hat. Ein Großteil der Skizzen wird verworfen. Bei dieser Methode der „kleinen“ Skizzen verliert man allerdings leider schnell das große Ganze aus den Augen.

Tipp 2: Achte auf Glaubwürdigkeit

Wie auch in anderen Bereichen des Designs gilt generell »form follows function«. Das Aussehen ist zwar wichtig, wird aber der Funktion untergeordnet. Ein extravagantes Flugzeug, das nicht fliegen kann, nützt auch dem besten Piloten nichts. Natürlich ist das beim rein Fiktiven nicht ganz so wichtig, aber es muss wenigstens so aussehen, als würde das Entworfene funktionieren. Auch wenn es sich »nur« um Charaktere handelt, ist dieses Prinzip anwendbar und auch wünschenswert. So sollte zum Beispiel das Aussehen der Figur zu seinem oder ihrem Beruf, Status, der Umgebung, dem Wetter und so weiter passen.

Tipp 3: Lass deinen Charakter Persönlichkeit zeigen

Das Naturell des Charakters sollte sich in seinem Aussehen widerspiegeln. Das kannst du natürlich besonders gut mit der Kleidung erreichen und mit Accessoires. Aber auch die Körperhaltung, Körperbau und Gesichtsausdruck sind nicht zu unterschätzen. Kleine Makel oder Besonderheiten können für das gewisse Extra sorgen.

Vielleicht hat der Charakter auch ein Faible für etwas, was sich ins Design einbauen lässt. Das könnte sehr gut etwas sein, was man als Außenstehender überhaupt nicht von ihm oder ihr erwarten würde.

Tipp 4: Schaffe Wiedererkennungswert

„Wiedererkennungswert“ können eben die genannten »Makel« schaffen. Eine außergewöhnliche Frisur, verrückter Schmuck oder besonders markante Gesichtszüge, sei kreativ! Zumindest für den selbst erschaffenen Charakter sind einem hier keine Grenzen gesetzt. Aber Vorsicht vor Klischees bzw. Standards, denn besonders Narben im Gesicht sieht man schon ziemlich häufig.

Die Anfangs genannte Silhouette trägt übrigens einen enormen Teil zum Wiedererkennungswert bei.

Tipp 5: Finde die Balance

Kontrastreiche Formen und Proportionen springen vielleicht als solche nicht gleich so offensichtlich ins Auge wie farbliche Kontraste, sind aber unglaublich effektiv. Vorwiegend eckige und spitz zulaufende Formen sagen etwas anderes aus als runde. Noch wichtiger als das ist aber die richtige Balance zwischen all dem und eine Ausgewogenheit der Details. Und das ist etwas, das ich lieber früher als erst später gelernt hätte: Manchmal ist mehr einfach mehr. Aus Angst zu übertreiben, war ich viel zu sparsam mit irgendwelchen Extras, was im Nachhinein betrachtet meinen Charakteren nicht gut tat. Sie wirkten dadurch nur langweiliger, nichtssagender. Trotzdem sollte man auch »Ruhepole« einbauen, um dem Auge auch eine Auszeit zu geben.

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Zusammenfassung

Bevor du mit dem Designen loslegst, ist es auf jeden Fall ratsam, dir passende Referenzen zu suchen. Es ist vollkommen okay, nicht gleich ein deutliches Bild vor Augen zu haben, aber man sollte das Wesen des Charakters bereits einigermaßen kennen.

Danach ist es jedem selbst überlassen, wie es weiter geht. Was für den einen gut funktioniert, muss bei dem anderen nicht genauso klappen.

Achte darauf, was es bereits gibt und habe eigene Ideen. Jeder hat seine ganz eigene Sprache in Kunst und Design.

Weiterführende Infos

Interesse geweckt? Dann besuche Miriam Esdohr und ihre Charaktere!

Charakter Design Miriam Esdohr

2 Idee über “Charakter Design – Trainiere deine Kreativität durch das Schaffen deiner eigenen Charaktere: Ein Gastbeitrag von Miriam Esdohr

    • Avatar
      Simon sagt:

      Guten Tag 🙂
      Schön dass dir der Beitrag gefällt! Mich freut es, dass du etwas lernen konntest. Die Bilder wurden uns bereitgestellt. Ich werde Miriam fragen,
      ob sie und noch höher auflösende Bilder senden kann.

      Liebe Grüße
      Simon

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