Höhlenmalerei: Alles zu den Anfängen der Kunst in der Steinzeit

Heute erfährst du bei uns alles zur Kunst der Steinzeit: Zur Höhlenmalerei!

Du kennst bestimmt die Höhlenmalerei der Menschen in der Steinzeit. 

Da diese Malereien streng genommen den Anfang der Kunst in der Entwicklung des Menschen darstellen, möchten wir uns heute einmal näher mit der Höhlenmalerei beschäftigen.

Dabei soll es darum gehen, was man genau unter Höhlenmalerei versteht, wie alt solche Malereien sind, wie sie entstanden und welche Bedeutung die Kunst der Steinzeit hat.

Die folgenden Inhalte sehen wir uns dabei im Detail an:

Was ist Höhlenmalerei überhaupt?

Wie alt sind die ältesten Höhlenmalereien?

Wie wurde die Kunst in der Steinzeit geschaffen?

Kunst in der Steinzeit: Diese Motive malten die Menschen damals

Gibt es berühmte Höhlenmalereien?

Welche Bedeutung hatten Höhlenmalereien in der Steinzeit?

Höhlenmalerei: Faszinierende Spuren der Steinzeit

Was ist Höhlenmalerei überhaupt?

Unter Höhlenmalerei versteht man Bilder, welche vor tausenden von Jahren auf Felswände aufgebracht wurden.

Meist finden sich diese Kunstwerke tatsächlich in Höhlen. Doch auch an Felsüberhängen und anderen, zugänglichen Felswänden finden sich diese Spuren unserer Vorfahren.

Manchmal spricht man auch von Höhlenkunst oder fachsprachlich von Parietalkunst. Dieser Ausdruck bedeutet soviel wie “zur Wand gehörige Kunst”.

Wie alt sind die ältesten Höhlenmalereien?

Erst 2017 wurde die bis dahin älteste, richtige Höhlenmalerei auf Sulawesi, einer Insel Indonesiens, gefunden. Sie zeigt ein sogenanntes Sulawesi-Pustelschwein und wird auf ein Alter von etwa 45.500 Jahren datiert.

Es gibt allerdings noch sehr viel ältere Höhlenmalereien, die auf ein Alter von etwa 65.000 Jahren geschätzt werden. Sie stammen noch nicht vom modernen Homo sapiens, sondern vom Neandertaler.

Hierbei handelt es sich allerdings nicht um figürliche Darstellungen, sondern eher um farbige Markierungen an den Höhlenwänden.

Wie wird das Alter von Höhlenmalereien bestimmt?

Früher musste man sich auf archäologische Annahmen und Gesteinsschichten verlassen, um das Alter steinzeitlicher Höhlenkunst einzuschätzen. Diese Methoden waren sehr ungenau.

Die moderne Wissenschaft kann heute auf viel genauere Methoden zurückgreifen. Diese werden unter dem Begriff “radiometrische Datierung” zusammengefasst.

Diese Verfahren bauen auf einer Grunderkenntnis auf: Organische Stoffe, aus denen beispielsweise die Farbpigmente der Höhlenkunst bestehen, zerfallen in bestimmte Bestandteile, je älter sie werden. 

Dabei lösen sich stets bestimmte Stoffe aus den Farben. Man spricht hier von Zerfallsprodukten.

Untersucht man die gefundenen Farbreste auf deren Zerfallsprodukte, kann man auch in etwa ausrechnen, wie lange die Farbe sich schon im Zerfall befindet. 

Im nächsten Schritt können Forscher dann ausrechnen, wie alt die Höhlenmalereien in dem Fall schon sein müssen.

Diese Art der Altersbestimmung ist auch nicht perfekt, aber relativ genau.

Wie wurde die Kunst in der Steinzeit geschaffen?

Die Menschen der Steinzeit konnten nicht einfach Farben im Künstlerbedarf kaufen – sie mussten zunächst einen Weg finden, wie sie ihr Bedürfnis danach, ihre Umwelt zu malen, in die Realität umsetzen konnten.

Techniken

Forscher teilen die Entwicklung der Höhlenmalerei in vier aufeinanderfolgende Phasen auf, innerhalb derer sich die genutzten Techniken immer weiter verfeinerten.

Am Anfang, vor etwa 45.000 bis 30.000 Jahren, standen den Bewohnern der auslaufenden Altsteinzeit noch keine Pigmente zur Verfügung. Daher ritzten sie ihre Kunstwerke mit einfachen Werkzeugen in den Stein.

Das Gravieren oder Einritzen blieb über den gesamten Verlauf der Steinzeit eine wichtige Art, Kunst herzustellen. Auch richtige Plastiken wurden von den Steinzeitmenschen geschaffen.

Doch auch die Malerei mit Pigmenten entwickelte sich mehr und mehr. Um die altertümlichen Farben aufzubringen, nutzten die Steinzeitmenschen verschiedenste Techniken.

So geht man davon aus, dass Zweige teilweise solange abgekaut wurden, bis daraus eine Art Pinsel wurde. Zudem malten die prähistorischen Menschen auch mit ihren Fingern.

Wichtig waren zudem Sprühtechniken. Man geht davon aus, dass die Höhlenmenschen Schablonen nutzten und die Farbe mit dem Mund oder Blasröhrchen darüber pusteten.

Pigmente & Farbe

Mit der Zeit entstanden mehr und mehr Farben. Dennoch waren die meisten verwendeten Farben rot oder schwarz. Zu deren Herstellung wurden Eisenoxid und Holzkohle verwendet.

Auch Ocker wurde nach und nach von den Höhlenmenschen als Pigment entdeckt. All diese Pigmente kommen auch heute noch teilweise in der Farbherstellung zum Einsatz.

Daneben experimentierten die steinzeitlichen Menschen vermutlich auch mit zermahlenen Steinen, Pflanzenbestandteilen, Milch und Blut bei der Farbherstellung.

Kunst in der Steinzeit: Diese Motive malten die Menschen damals

Mit den vier Phasen der Höhlenmalerei entwickelten sich vor allem auch die bevorzugten Motive der Menschen weiter. 

Daher wollen wir kurz darauf eingehen, welche Motive die Künstler der Steinzeit in welcher Phase bevorzugten.

Phase I

Zum Beginn der menschlichen Kunst malten die Menschen vor allem Tiere. Besonders häufig sind Darstellungen von Mammuts und Pferden.

Da diese noch mit groben Werkzeugen eingeritzt werden mussten, verzichteten die damaligen Menschen auf eine komplexe Darstellung. Meist beließen sie es bei angedeuteten Köpfen und einer Rückenlinie.

Ein weiteres beliebtes Motiv dieser Zeit waren menschliche Geschlechtsteile.

Phase II

Auch in der folgenden, zweiten Phase war das Gravieren noch das Mittel der Wahl. 

Allerdings wurde der Stil deutlich detaillierter, was darauf hindeutet, dass die Menschen feinere Werkzeuge entwickelten.

Weiterhin blieben Tiere wie Mammuts und Pferde beliebte Motive. Diese wurden nun mit einer sogenannten geschweiften Rückenlinie und allgemein sehr rundlichen Formen dargestellt.

Berühmt sind die stark stilisierten Darstellungen der Körper von Frauen dieser Zeit, meist Venusfigurinen genannt.

Man geht davon aus, dass viele Darstellungen dieser Zeit zu den ersten religiösen oder kultischen Kunstwerken der Menschheit gehören.

Zudem entstand in dieser Zeit ein wahrer Trend der Höhlenmalerei, der lange anhalten sollte: Handabdrücke, die mittels Sprühtechnik auf der Wand als Negativ verewigt wurden.

Phase III

Die Handabdrücke blieben in dieser Zeit sehr wichtig. Zudem entwickelte sich das figürliche Malen stark weiter.

Tiere blieben das Hauptmotiv, auch Menschen wurden nun stärker dargestellt. Die tierischen Lieblingsmotive der Menschen waren in dieser Zeit Bisons und Pferde, außerdem Hirsche und Mammuts.

Zudem begannen die Menschen mehr und mehr, Fabelwesen zu zeichnen. Diese bestanden teilweise aus menschlichen und teilweise aus tierischen Elementen.

Besonders war, dass die Bilder immer detaillierter und feiner wurden. Zudem wurden die Tiere nicht mehr in Ruhe, sondern vermehrt in Bewegung dargestellt.

Auch die bekannten Jagdszenen stammen oft aus dieser Zeit.

Phase IV

In der letzten Schaffensphase der Höhlenmenschen wurden die Darstellungen sehr realistisch und detailliert. Das spricht dafür, dass die Maltechniken nun sehr ausgereift waren.

Mehr und mehr wurden die Strukturen des Steins beim Bemalen mit in das Motiv einbezogen.

Auch hier wurden weiterhin vor allem Tiere dargestellt, besonders Bisons und Pferde.

Daneben entwickelten die Menschen in dieser Zeit mehr und mehr Symbole und abstrakte Formen.

Gibt es berühmte Höhlenmalereien?

Es gibt viele berühmte Höhlenmalereien. Einige Höhlen und Kunstwerke der Steinzeit, die besonders berühmt sind, sind die Folgenden:

Venus von Laussel (Frankreich)

Höhlenkunst: Die Venus von Laussel

photo 120, œuvre dont l’auteur est mort depuis environ 25 000 ans, Venus-de-Laussel-vue-generale-noirCC BY 3.0

Höhlen im Maros-Pangkep-Karst (Indonesien)

Höhlenmalerei auf Indonesien

Cahyo, Hands in Pettakere CaveCC BY-SA 3.0

Chauvet-Höhle (Frankreich)

Höhlenmalerei in der Chauvet-Höhle in Frankreich

Thomas T. from somewhere on Earth, Chauvet´s cave horsesCC BY-SA 2.0

El-Castillo-Höhle (Spanien)

Höhlenmalereien in der El Castillo Höhle in Spanien

Gabinete de Prensa del Gobierno de Cantabria, Cueva del Castillo interiorCC BY 3.0 ES

Höhle von Lascaux (Frankreich)

Höhlenmalerei in der Höhle von Lascaux in Frankreich

Prof saxxLascaux paintingCC BY-SA 3.0

Höhle von Kapova (Russland)

Höhlenmalerei in Kapova

Weiße Dame (Namibia)

Höhlenmalerei: Weiße Dame in Namibia

ZigomarWhite lady 2008 08CC BY-SA 3.0

Cueva de los Manos (Argentinien)

Höhlenmalerei in der Cueva de los Manos in Argentinien

Unknown artistUnknown artists MarianoSantaCruz-CuevaManos-P2210651bCC BY-SA 3.0

Welche Bedeutung hatten Höhlenmalereien in der Steinzeit?

Forscher sind sich nicht einig, ob Höhlenmalereien wirklich als eine Form von Kunst aufzufassen sind.

Vermutlich besaßen die Zeichnungen stets einen Zweck für die Menschen der Steinzeit. Man geht davon aus, dass sie damit zum Beispiel Erkenntnisse zu den Zugbewegungen von Tieren oder Jagdtechniken festhalten wollten.

Zudem hatten einige Zeichnungen vermutlich rituellen Charakter. Die Höhlen wurden von den prähistorischen Menschen teilweise als Kultstätten genutzt, die Zeichnungen sollten bei durchgeführten Ritualen helfen.

Allerdings gehen auch viele Forscher davon aus, dass die kreativen Menschen damals so wie heute malten, um Erlebtes zu verarbeiten und weil es ihnen Spaß machte.

Höhlenmalerei: Faszinierende Spuren der Steinzeit

Damit kann die Höhlenmalerei uns noch heute viel über die Welt erzählen, in der die damaligen Menschen lebten.

Über die vier verschiedenen Phasen können wir zudem beobachten, wie der moderne Mensch sich immer weiter entwickelte – technisch ebenso wie geistig.

Wir finden daher, dass es sich um wirklich faszinierende Spuren unserer alten Vorfahren handelt!

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